|
|
Trägerschaft: Pro Engiadina Bassa (PEB), Corporaziun regiunala Val Müstair (CRVM), La Plaiv/TOP Engadin, Scuol Tourismus AG (STAG), Handels- und Gewerbeverein Unterengadin. Beteiligte Branchen/Gruppen
Kurzbeschrieb des Projektes Für den Tourismus der Regionen Unterengadin, Münstertal und La Plaiv ist der Schweizer Nationalpark eine strategische Erfolgsposition. Ziel der Projektträger ist es, deren Potenzial für die regionale Entwicklung noch besser auszuschöpfen. Dabei geht es jedoch weniger darum, den Nationalpark stärker zu vermarkten, als eine neue Identität für die gesamte Nationalparkregion aufzubauen. So wollen die beteiligten Regionen künftig gemeinsam als eine Destination auftreten, und zwar unter dem Label «Nationalparkregion Engadin/Münstertal». Dazu will man eine einheitliche, qualitätsorientierte Angebots-, Verkaufs- und Kommunikationsphilosophie kreieren. Um die Aktivitäten zu koordinieren, sind neue branchenübergreifende Organisations- und Zusammenarbeitsmodelle notwendig. Konkret geht es darum, die touristische Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Vermarktungsstrukturen ganzheitlich zu konzipieren. Dadurch soll sich die Durchschlagskraft auf dem Markt erhöhen. Kooperationen werden auch mit Nachbarregionen im In- und Ausland angestrebt. Darüber hinaus will man insbesondere der Land- und Forstwirtschaft neue Diversifikationsmöglichkeiten im Tourismus und Gewerbe eröffnen. Gleichzeitig sollen die wirtschaftlichen Chancen, die der Naturschutz bietet, besser genutzt werden.
Gründe für das Projekt Das eigentliche Kapital der Nationalparkregion ist die intakte Natur- und Kulturlandschaft. Deren Erhaltung kommt deshalb höchste Priorität zu. Neben seiner - auch wissenschaftlichen - Bedeutung für die Erhaltung eines natürlichen Lebensraums, ist der Schweizer Nationalpark ein einzigartiges Verkaufsargument für den regionalen Tourismus. Allerdings ist dessen wirtschaftliches Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Laut Nationalparkverwaltung bestehen im Park bei den heute jährlich rund 150 000 Besuchern keine gravierenden ökologischen Probleme. Mit föderalistischen Strukturen lassen sich heute in einer kleinen Randregion die Marktbedürfnisse nicht mehr effizient abdecken. Beispiel Tourismus: Wurden früher in erster Linie einzelne Orte vermarktet, treten heute zunehmend (Sub-)Regionen als Destinationen im Markt auf. Dieser Entwicklung gilt es Rechnung zu tragen und die vorhandenen Ressourcen in allen Bereichen zu konzentrieren und damit effizienter einzusetzen. Projektziele Primäres, langfristiges Ziel ist die nachhaltige Entwicklung der Tourismuswirtschaft als Motor für die gesamte regionale Volkswirtschaft. Eine zweite Zielsetzungsebene besteht aus der Förderung der Land- und Forstwirtschaft sowie von Handel und Gewerbe. Schliesslich werden auch Verbesserungen in den Bereichen Wasser, Verkehr und Kultur angestrebt. Durch die Verknüpfung der verschiedenen Zielsetzungsebenen sollen bestehende Dienstleistungsketten verlängert werden. Ziel ist es, neue Angebote zu lancieren, welche die Qualitätskriterien der Nationalparkregion erfüllen. Ausserdem will man die verschiedenen Angebote und deren Vermarktung sowie die Kommunikation koordinieren und optimieren. Die Nationalparkregion muss sich durch qualitativ hochstehende, branchenübergreifende Angebotsketten neu profilieren. Alle wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Leistungsträger sollen künftig in die gleiche strategische Richtung arbeiten. Ein wichtiges Teilziel besteht darin, dass in Zukunft alle Tourismusorganisationen der Region unter einem gemeinsamen Dach - der Destination «Nationalparkregion Engadin/Münstertal» - eng kooperieren. Auch projektbezogene Kooperationen mit dem Prättigau, dem Oberengadin und dem Raum Davos sowie mit dem nahen Ausland (Nord- und Südtirol) sollen aufgebaut werden. Industrie, Handel, Gewerbe und Dienstleistungen sollen bei der Angebotsgestaltung unterstützt werden. Darüber hinaus will man das Marketing koordinieren. Flankierend werden Land- und Forstwirtschaft bei ihren Aktivitäten unterstützt, um sich auf dem Markt neu auszurichten. Insbesondere geht es darum, die Vernetzung mit dem Tourismus zu verstärken und die Einbettung in die Angebotsketten zu verbessern. Hohe Priorität kommt auch dem Schutz der natürlichen Ressourcen zu. Sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen Ziele sollen sich an qualitativ hohen Standards orientieren. Dies, um die Wertschöpfung in der Nationalparkregion langfristig sicherzustellen.
Zeitlicher und finanzieller Rahmen Projektdauer: 3 Jahre ab Juli 2002 Gesamtkosten: CHF 801'000.-
Vorgehen Folgende Massnahmen sind geplant: Tourismus Strukturelle Massnahmen:
Verkaufsfördernde Massnahmen:
Vor-Ort-Massnahmen:
Handel und Gewerbe
Natur, Land- und Forstwirtschaft
Wasser, Verkehr, Kultur
Auswirkungen des Projektes...
... auf den Arbeitsmarkt Mit wenigen Ausnahmen hängen alle Wirtschaftszweige der «Nationalparkregion» direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Mit der Förderung des Tourismus werden deshalb sowohl bestehende Arbeitsplätze gesichert, als auch neue geschaffen. Je nach Umsatzentwicklung entstehen auch in den anderen Branchen neue Stellen.
... auf die regionale Wirtschaftsstruktur Das Projekt löst in den verschiedenen Branchen neue Impulse aus. Das neue Label «Nationalparkregion» soll dazu beitragen, neue Angebote zu lancieren und die Wertschöpfung langfristig zu steigern.
Modellcharakter des Projektes Die enge Zusammenarbeit zwischen der Institution «Nationalpark» und der Bevölkerung ist für die Region neu. Bis anhin hatten sich die verschiedenen Organisationen und Gemeinden nur für ihre eigenen Interessen eingesetzt. Durch das Projekt werden bestehende Grenzen aufgehoben und gemeinsame, übergeordnete Strukturen geschaffen. Die Schweiz hat bis jetzt nur einen Nationalpark. Dessen branchenübergreifende Vermarktung und wirtschaftliche Nutzung ist aber bis heute ausgeblieben. Mit dem neuen Qualitätslabel «Nationalparkregion» als «Unique Selling Proposition» (USP) soll sich dies ändern. Zurzeit steht in der Schweiz die Errichtung neuer Nationalparks zur Diskussion. Dabei kann die «Nationalparkregion» als Modell dienen. Das Projekt ist aber auch Vorbild für andere schützenswerte Gebiete, die nicht zu Nationalparks umgezont werden. Gleichzeitig profitieren die Projektverantwortlichen von den Erfahrungen anderer Regionen wie zum Beispiel dem Entlebuch mit seinem Unesco-Biosphärenreservat. Damit ist das Projekt auch ein Beitrag zur immer wichtiger werdenden Vernetzung der Regionen.
Projektleitung
|